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WM-Fernseher auf Raten: Händlerfinanzierungen fast dreimal so teuer wie günstiger Bankkredit

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Wer die Spiele zur Fußball-Weltmeisterschaft auf einem neuen, hochauflösenden Fernseher genießen und ihn in Raten bezahlen möchte, sollte bei den Konditionen genau hinschauen. Die Finanzierungskosten bei den großen Online-Händlern unterscheiden sich erheblich. Für einen Fernseher im Wert von 2.899 Euro zahlen Kunden je nach Anbieter bis zu 555 Euro mehr Zinsen als bei einem günstigen Bankkredit. Das zeigen Berechnungen von Verivox, für die das Vergleichsportal die Finanzierungskonditionen der drei größten deutschen Versandhändler Amazon, Otto sowie MMS E-Commerce (Media Markt / Saturn), ausgewertet hat.

Fast drei Mal so hohe Zinskosten über Onlinehändler

Im Konditionenvergleich der drei Online-Händler ist die Finanzierung bei Otto am teuersten. Bei einer Laufzeit von 36 Monaten werden hier 18,94 Prozent Zinsen aufgerufen. Dadurch entstehen Zinskosten von 845 Euro.

Bei einer händlerunabhängigen Bank erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich günstigere Finanzierungskonditionen: Wer im Mai über Verivox einen Ratenkredit abgeschlossen hat, zahlte dafür im Mittel 6,49 Prozent Zinsen. Bei diesen Konditionen fallen für den Kauf des Fernsehers nur 290 Euro Zinskosten an. 555 Euro weniger als bei der Ratenfinanzierung von Otto.

Etwas geringer fallen die Finanzierungskosten bei den anderen beiden Händlern aus. Die Shops von Media Markt und Saturn bieten identische Konditionen für den Ratenkauf. Hier fallen für den Fernseher bei einem Zinssatz von 10,90 Prozent 488 Euro Zinskosten an. Bei Amazon zahlen Verbraucher bei einem effektiven Zinssatz von 8,11 Prozent für den untersuchten Warenwert 363 Euro Zinsen.

"Wer mehrere tausend Euro für einen neuen Fernseher ausgibt, sollte nicht nur die Gerätepreise vergleichen, sondern auch die Finanzierungskosten", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Schon wenige Minuten Vergleichsaufwand können mehrere hundert Euro Ersparnis bringen."

Bei manchen Händlern läuft die Ratenzahlung über eine Kreditkarte

Bei einigen Online-Shops erfolgt die Ratenzahlung über eine Kreditkarte der Bank, mit der die Händler für ihr Finanzierungsangebot kooperieren. In dem Fall sollten Verbraucher die Konditionen der Karte genau prüfen, bevor sie sie im Alltag einsetzen.

So bietet Amazon seinen Kunden für die Ratenzahlung beispielsweise die hauseigene Kreditkarte Amazon Visa an. Zwar fallen dort für den Ratenkauf nur 8,11 Prozent Zinsen an. Doch die Karte verfügt über eine Teilzahlungsfunktion. Wer sie zum Einkaufen nutzt und Umsätze zum Abrechnungsstichtag nicht vollständig begleicht, muss auf die verbleibende Summe sehr hohe Zinsen von 17,67 Prozent bezahlen.

"Bei der Amazon-Kreditkarte können Verbraucher selbst einstellen, ob zum Ende des Monats nur ein Teil der Umsätze oder die gesamte Rechnung beglichen wird. Wer auf Vollzahlung umstellt, kann unerwünschte Zinskosten hierdurch vermeiden”, sagt Oliver Maier.