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WLAN im Krankenhaus kostet bis zu 30 Euro pro Woche

22.04.2026 | 09:00

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Kostenloses WLAN in Krankenhäusern ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit. Zwar stellt mehr als die Hälfte der großen Kliniken mittlerweile kostenloses Internet zur Verfügung, einige Krankenhäuser bitten Patienten aber nach wie vor ordentlich zur Kasse: Bis zu fünf Euro am Tag oder 30 Euro pro Woche kostet das Surfen im Krankenbett. Das zeigt eine Verivox-Recherche unter allen deutschen Unikliniken und den größten privaten Klinikträgern. Zudem ist noch immer jedes vierte Krankenhaus nicht an schnelles Gigabit-Internet angeschlossen.

Knapp 60 Prozent der Unikliniken bieten kostenloses WLAN

Von den 37 Universitätskliniken in Deutschland bieten 22 ein durchgängig kostenloses WLAN an, etwa die Charité Berlin oder die Unikliniken Heidelberg und Freiburg. Die verbleibenden 15 Häuser beschränken die kostenlose Nutzung (neun) oder verlangen grundsätzlich Geld für die Internetnutzung (sechs). Beschränkungen sind möglich für einzelne Standorte, die Dauer der Nutzung, das verfügbare Datenvolumen oder den Aufnahmestatus (privat oder gesetzlich versichert, Premium- oder Regelzimmer). Die Preisspanne ist beträchtlich: Die Internetnutzung kostet für 24 Stunden 1 bis 5 Euro; für eine Woche werden zwischen 6 Euro (im Uniklinikum Bielefeld) und 30 Euro (in der Uniklinik Mainz) fällig. Für Streaming bzw. eine Nutzung der Mediatheken entstehen bisweilen weitere Kosten – sofern wegen oft geringer Bandbreiten überhaupt möglich.

WLAN-Kosten auch bei privaten Trägern oft uneinheitlich

Der größte private Klinikträger Helios bietet Surfen im Krankenbett nach Verivox-Recherchen kostenfrei an – wenngleich eine Bestätigung seitens Helios ausblieb. Bei den zweit- und drittgrößten privaten Klinikverbünden Asklepios und Sana variieren die Gebühren je nach Standort. So kostet die WLAN-Nutzung etwa in den Hamburger Asklepios Kliniken drei Euro pro Tag, für eine Woche werden 15 Euro erhoben. Bei Sana werden ebenfalls in einigen Häusern Gebühren verlangt, manche beschränken auch die Datennutzung (etwa in Bad Doberan: 1 Gigabyte pro Tag kostet 1 Euro). In Sommerfeld kostet ein WLAN-Voucher einmalig zehn Euro. Die Internetnutzung auf Komfort- bzw. Privatzimmern ist bei allen drei Verbünden meist kostenlos.

"Im Vergleich zu unserer letzten Studie 2023 haben sich die Möglichkeiten der digitalen Teilhabe klinisch versorgter Menschen nur punktuell verbessert", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Ein Internetzugang sollte eine Selbstverständlichkeit sein und keine Extrakosten verursachen – zumal dann nicht, wenn nur ein reduzierter Surfspeed gewährleistet werden kann. Einige Kliniken raten Patientinnen und Patienten explizit dazu, Filme oder Spiele schon zu Hause herunterzuladen."

Jedes vierte Krankenhaus ohne Gigabit-Internet

Die WLAN-Versorgung der einzelnen Häuser ist dann besonders herausfordernd, wenn kein schnelles Netz vor Ort verfügbar ist. Laut Bundesbreitbandatlas sind bundesweit 25 Prozent der Kliniken nicht ans schnelle Gigabit-Internet angeschlossen; 2023 traf das noch auf jedes dritte Krankenhaus zu. Am besten versorgt unter den Bundesländern sind Bremens Krankenhäuser mit 97 Prozent Gigabit-Internet vor Hamburg mit 85 Prozent. Die Hauptstadt Berlin erreicht 77 Prozent. Unter den Flächenländern schneiden die Kliniken in Schleswig-Holstein (83 Prozent), Rheinland-Pfalz und Niedersachsen (jeweils 82 Prozent) am besten ab.

Am niedrigsten sind die Versorgungswerte der Krankenhäuser in Sachsen (55 Prozent), Thüringen (57 Prozent) und Sachsen-Anhalt (63 Prozent). Auch unter den größten Städten jedes Bundeslands gibt es signifikante Unterschiede: Thüringens Landeshauptstadt Erfurt bildet mit einer Gigabit-Quote von 50 Prozent das Schlusslicht. Den Top-Wert erreicht die bayerische Landeshauptstadt München mit 90 Prozent Gigabit-Verfügbarkeit in Kliniken.

Schnelles Internet kommt nicht nur den Patienten zugute

"Auch für die Betreiber der Krankenhäuser sind hochperformante Internetanschlüsse essenziell", sagt Schamberg. "Viele Häuser haben eigene Digitalisierungsprojekte, etwa für technische Assistenzsysteme oder Telemedizin. Krankenhäuser sollten deshalb prioritär mit der zukunftssicheren Glasfasertechnik versorgt werden."

Das Aufsetzen einer digitalen Infrastruktur bedarf umfangreicher Investitionen in den Einrichtungen. Das betrifft nicht nur die Vernetzung von Gebäuden, sondern auch den Einkauf von Serverkapazitäten, Softwarelizenzen und Geräten. Besonders relevant in einem Umfeld, das viele sensible Daten verarbeitet, ist das komplexe Thema IT-Sicherheit.

Methodik

Die Verivox-Anfrage an die privaten Klinikträger Asklepios, Helios und Sana datiert auf Februar 2026, ebenso wie die Recherche der WLAN-Kosten an den 37 deutschen Universitätskliniken. Zudem hat Verivox auf Basis des Bundesbreitbandatlas der Bundesnetzagentur die Internetversorgung von Krankenhäusern mit 1.000 Mbit/s in den Bundesländern sowie der größten Stadt jedes Bundeslands analysiert (Datenstand Juni 2025; in der Datengrundlage wird nicht zwischen Glasfaser oder Kabel unterschieden). Die Verivox-Studie aus dem Jahr 2023 umfasste die WLAN-Preise der 10 größten Unikliniken sowie der drei größten privaten Träger; die Recherchen datieren auf Mai 2023, die Daten aus dem Bundesbreitbandatlas auf Juni 2022.

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