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Unendliche Gigabytes auf Abruf: „Unlimited on Demand“ ersetzt echte Flatrates nicht

24.02.2026 | 09:00

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Mit so genannten Unlimited-on-Demand-Tarifen fürs Smartphone lässt sich unendlich oft Datenvolumen nachbuchen – gegen einen einmaligen monatlichen Aufpreis. Solche Tarife sind meist erheblich günstiger als „echte“ unlimitierte Flatrates, eignen sich als Alternative jedoch kaum: Die Nachbuch-Schritte sind so kleinteilig, dass der Datenkonsum von Intensivnutzern meist mehrfach am Tag unterbrochen würde. Das zeigt die Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox.

Ab 5 Euro monatlicher Aufpreis für Unlimited on Demand

In der Regel werden die Unlimited-Häppchen parallel zu den regulären Allnet-Flatrates angeboten. Kundinnen und Kunden erhalten ein festes Highspeed-Datenkontingent, meist in derselben Höhe wie in den Regeltarifen. Ist das Limit und damit die Speed-Drosselung erreicht, lässt sich unendlich oft weiteres Datenvolumen hinzubuchen – allerdings in kleinen 1-Gigabyte-Schritten.

Die Mehrkosten für das unbegrenzte Nachbuchen liegen je nach Anbieter und Tarif zwischen 5 und 20 Euro im Monat. Diese Zusatzkosten fallen auch dann an, wenn man die Nachbuch-Option gar nicht nutzt. "Wegen des festen Aufpreises lohnen sich diese Tarifmodelle nur dann, wenn die Datenhäppchen auch genutzt werden," erklärt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Für Intensivnutzer eignen sich die Nachbuch-Flatrates jedoch nur bedingt – 1 Gigabyte ist bei HD-Videos oft schon nach 20 bis 30 Minuten verbraucht."

O2 bietet tägliches Nachbuchen, die Telekom gar nicht

Experimentierfreudig zeigt sich O2: Deren Angebot für Unlimited-on-Demand beinhaltet 10 Gigabyte (GB) – pro Tag. Bei Erreichen des Tageslimits kann in 2-GB-Schritten nachgebucht werden. "Für Powernutzer ist dieses Modell praktikabler als die kleinteiligen Angebote mancher Wettbewerber. Für meist junge Menschen, die unterwegs viel streamen und Online-Games spielen, stellen einzelne GB zum Nachbuchen eine völlig unpassende Größe dar. Diese Zielgruppe verbraucht oft an einem Tag so viele Daten wie durchschnittliche Anwender in einem ganzen Monat," sagt Schamberg.

Bei Vodafone ist Unlimited on Demand ausschließlich als Zusatzkarte für Familie und Freunde erhältlich (zur FamilyCard L mit 100 GB). Die Telekom hat solche Angebote gar nicht und kommuniziert dies auf Anfrage von Verivox als bewusste Entscheidung: "Unsere Kunden erhalten das, was sie von einem echten Unlimited-Tarif erwarten: unbegrenztes Datenvolumen ohne permanentes Aufladen".

Einmaliges Nachbuchen in Regeltarifen lohnt nur selten

Auch Discounter haben Angebote für Unlimited on Demand im Programm, etwa Otelo, Aldi Talk oder Lidl Connect. Besonders viele Nachbuch-Flatrates gibt es bei Töchtern der Service-Provider Drillisch und freenet – darunter unlimited24 im 1&1-Netz mit ganzen 44 Tarifen.

"Die Unlimited-on-Demand-Tarife lohnen sich oftmals mehr als das Nachbuchen in regulären Tarifen. Dort fallen für das einmalige Nachkaufen eines kleinen Datenbudgets bisweilen so hohe Zusatzkosten an wie bei Unlimited on Demand in einem Monat. Zudem ist der monatliche Aufpreis fix und kann sich nicht weiter erhöhen", sagt Schamberg. "Für Intensivnutzer eignen sich diese Tarifmodelle jedoch kaum. Der Vergleich mit wirklich unlimitierten Flatrates verbietet sich deshalb aus unserer Sicht."

"Echte" Unlimited-Flats meist im oberen Preissegment

Alle Netzbetreiber bieten weiterhin echte Daten-Flatrates ohne Nachbuchpflicht – allerdings meist im oberen Preissegment. Bei der Telekom fallen 84,95 Euro im Monat an, bei Vodafone üblicherweise 79,99 Euro (aktuell 59,99 Euro). Die monatlichen Kosten bei O2 sowie 1&1 liegen mit jeweils 39,99 Euro deutlich unter denen von Telekom und Vodafone. O2 bietet außerdem eine günstigere Flatrate für 24,99 Euro an, allerdings mit dauerhaft auf 15 Mbit/s reduzierter Geschwindigkeit.

"Für den Normalgebrauch genügt meistens eine klassische Allnet-Flatrate mit passendem Inklusivvolumen", sagt Schamberg. "Der Durchschnittsverbrauch in Deutschland liegt bei etwa 12 GB im Monat. Viele Nutzer unterschätzen, wie oft sie in einem WLAN-Netz eingewählt sind – dann fallen überhaupt keine mobilen Daten an."

Methodik

Für die Berechnungen wurden die Webseiten der Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2, 1&1 sowie exemplarisch von Discountern in den Netzen von Vodafone, O2 und 1&1 (Otelo, Aldi Talk, Lidl connect, unlimited24, unlimited-mobile) geprüft. Discounter im Telekom-Netz bieten Unlimited on Demand nicht an. Stand: 15.01.2026.

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