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Miet-Router verteuern Internetkosten um bis zu 28 Prozent

12.05.2026 | 10:00

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Internetkunden haben in Deutschland die Wahl, ob sie einen Router mieten oder das Gerät kaufen. Die Miet-Option ist praktisch, die Kosten können jedoch beträchtlich sein: Das Vergleichsportal Verivox hat berechnet, dass die Routermiete die monatlichen Internetkosten um ein Viertel in die Höhe treiben kann. Die Mietkosten schlagen vor allem bei längeren Vertragslaufzeiten negativ zu Buche.

Bis zu 13 Euro monatlicher Aufpreis für einen Miet-Router

Seit knapp zehn Jahren können Verbraucherinnen und Verbraucher frei entscheiden, welchen Router sie an ihrem Internetanschluss nutzen möchten: Sie können ein Gerät selbst kaufen oder es beim Internetprovider bzw. auf anderen Plattformen mieten. Häufig kann auch ein Bestandsgerät weitergenutzt werden, sofern die technischen Anforderungen zum gebuchten Tarif passen. Die Internetprovider stellen meist mehrere Mietrouter zur Wahl, oft lassen sich die Geräte auch kaufen. Das Angebot reicht vom Standardgerät bis zum High-End-Modell, entsprechend groß ist die Preisspanne.

Die Mietkosten für gängige Routermodelle liegen zwischen 3,99 Euro und 9,99 Euro im Monat, bei Top-Routern steigt der Aufpreis auf bis zu 12,99 Euro monatlich. So verteuert sich beispielsweise ein mittelgroßer Internettarif (150 Megabit pro Sekunde), der 45,95 Euro im Monat kostet, durch die Routermiete um gut 28 Prozent. Bei den günstigsten Miet-Routern sinkt der Aufschlag zum Tarif auf knapp neun Prozent. Die Monatsmiete kann auch bei identischen Routermodellen je nach Internetanbieter abweichen, etwa im Rahmen von Aktionen.

Kaufoption kann sich bereits nach 15 oder 20 Monaten lohnen

Wer sich für einen Kauf entscheidet, zahlt für einen gängigen Router aktuell zwischen rund 140 und 300 Euro. "Ein Kauf lohnt sich rechnerisch dann, wenn die zu erwartenden Mietkosten den Einmalpreis überschreiten", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Im Schnitt lohnt sich der Routerkauf ab dem 28. Vertragsmonat. Bisweilen wird der Anschaffungspreis jedoch schon nach 15 oder 20 Monaten Mietzahlung erreicht – ab dann legt man mit einem gemieteten Router drauf."

Weitere Option, wenn man nicht kaufen möchte: Ein Miet-Router lässt sich auch unabhängig vom Internetanbieter buchen, zum Beispiel über die Webseite Routermiete.de. Für die genannte Fritz!Box 7690 fallen dort bei einer 12-monatigen Mietdauer 4,99 Euro im Monat an. Damit ergibt sich gegenüber der Miete beim teuersten Internetprovider eine Ersparnis von 60 Euro im Jahr.

Vor- und Nachteile eines Miet-Routers

Wer einen Router mietet, spart sich hohe Einmalkosten und profitiert vom Service des Providers – defekte Geräte werden meist unkompliziert ausgetauscht. Das ist praktisch, jedoch oft die teurere Option. Wer ein Gerät selbst kauft, kommt vor allem langfristig kostengünstiger weg, hat die freie Modellwahl und zudem die volle Kontrolle über die Konfiguration des Geräts. Oft werden bei Vergleichsportalen wie Verivox Kauf-Router in Kombination mit einem Internettarif vergünstigt angeboten.

"Meist lassen sich auch vom Provider vertriebene Geräte, wie etwa die Speedport-Router der Telekom, bei anderen Anbietern mit gleicher Anschlusstechnik einsetzen", sagt Schamberg. "Wenn Kunden ein Bestandsgerät weiternutzen, muss dies zur Anschlussart passen: So funktioniert beispielsweise ein Kabel-Router nicht an einem DSL-Anschluss."

Methodik

Für den Routervergleich wurden 20 gängige Modelle ausgewählt und zur Erhebung der Mietpreise bei den vier großen Anbietern Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 mit einem mittleren Internettarif (100 bis 150 Megabit pro Sekunde im Downstream) kombiniert. Für alle frei verkäuflichen Geräte wurden Einmalpreise über idealo.de ermittelt. Versandkosten sind sowohl bei den Internetanbietern als auch beim Einzelkauf inkludiert. Geräte wie die Vodafone-Station oder die Telekom-Speedport-Router sind nur beim jeweiligen Anbieter verfügbar und können somit nicht bei allen Netzbetreibern verglichen werden. Stand: 27.04.2026.

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