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Iran-Krieg: Zwei Drittel der Deutschen sparen Energie

11.05.2026 | 08:17

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Zwei Drittel der Deutschen reagieren auf die infolge des Irankriegs steigenden Energiepreise mit Sparmaßnahmen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Besonders verbreitet sind einfache Einsparungen im Alltag, bei der generellen Abkehr von fossilen Brennstoffen bleibt ein Großteil aber bisher noch zögerlich.

Zwei Drittel spüren Preisdruck: Weniger Energieverbrauch, weniger Autofahrten

Gut zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) geben an, aufgrund der gestiegenen Kosten bewusster mit Energie umzugehen. Davon vermeiden 56 Prozent den Stand-by-Betrieb, 52 Prozent reduzieren gezielt ihren Stromverbrauch. 55 Prozent drehen die Heizung herunter, 47 Prozent sparen beim Warmwasser und auch beim Verkehr zeigt sich ein Effekt: 48 Prozent lassen wegen hoher Spritpreise häufiger das Auto stehen und steigen öfter aufs Fahrrad um (29 Prozent) oder nutzen häufiger Bus und Bahn (24 Prozent).

Ein Viertel spart keine Energie: Oft aus fehlendem Spielraum

Gut ein Viertel (27 Prozent) spart nach eigenen Angaben keine Energie ein. Als Hauptgrund nennt die Mehrheit (52 Prozent) dieser Gruppe, bereits zuvor sparsam gewesen zu sein und kein weiteres Potenzial zu sehen. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei den 70- bis 79-Jährigen (65 Prozent). Weitere 22 Prozent derjenigen, die keine Energie einsparen, spüren die gestiegenen Energiekosten zwar im Geldbeutel, empfinden das aber als finanziell verkraftbar. Rund 18 Prozent möchten ihre Alltagsgewohnheiten grundsätzlich nicht ändern; ebenso viele geben an, die höheren Energiekosten kaum zu bemerken.

Abkehr von fossiler Energie bei vielen noch Zukunftsprojekt

Mit der grundsätzlichen Abkehr von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas tun sich die meisten jedoch schwer. Zwar hat knapp ein Viertel der Befragten (23 Prozent) bereits Maßnahmen ergriffen und weitere 38 Prozent planen entsprechende Schritte, dennoch bleibt mit 40 Prozent eine große Gruppe bislang passiv - trotz steigender Energiekosten und politischer Debatten über Versorgungssicherheit.

Dort, wo bereits gehandelt wurde, stehen Energiesparmaßnamen (48 Prozent) und die Nutzung von Sonnenenergie (68 Prozent) im Vordergrund. Deutlich seltener wurden aufwendigere Investitionen wie Gebäudedämmung (26 Prozent), moderne Heizsysteme (19 Prozent) oder der Umstieg auf ein Elektroauto (22 Prozent) umgesetzt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei denjenigen, die künftig unabhängiger von fossilen Energien werden möchten. Auch hier setzen viele zunächst auf Verbrauchsreduktion (49 Prozent) und Solarlösungen (46 Prozent). Größere strukturelle Veränderungen, wie beispielsweise ein neues Heizsystem (16 Prozent) oder eine Gebäudedämmung (13 Prozent) kommen für viele offenbar weniger in Frage.

"Die gestiegenen Kosten infolge des Irankrieges führen bei einer großen Mehrheit der Menschen in Deutschland zum sparsameren Umgang mit Energie. Hier überwiegen konkrete, kurzfristige Sparmaßnahmen. Bei der generellen Abkehr von teurer fossiler Energie liegen die Hürden ungleich höher. Immerhin: Ein Drittel der Befragten plant, sich in Zukunft unabhängiger von fossiler Energie zu machen," resümiert Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

Methodik

Die Umfragedaten wurden vom Marktforschungsinstitut Innofact im April 2026 online erhoben. Befragt wurden 1.013 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.