ETF-Sparen: 1.000 Euro zusätzliche Rente – schon ab 89 Euro monatlichem Sparbetrag
04.03.2026 | 08:25
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. Schon mit kleinen Sparsummen lässt sich die Basis für finanziellen Wohlstand im Alter legen. Wer früh genug anfängt, kann mit Sparraten ab 89 Euro pro Monat bis zum Ruhestand genug Vermögen ansparen, um sich daraus 1.000 Euro zusätzliche Rente auszuzahlen. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox.
Gut 246.000 Euro Kapitalbedarf zu Rentenbeginn
246.374 Euro – so viel müssen Verbraucherinnen und Verbraucher bis zum Ruhestand ansparen, damit das Geld 25 Jahre lang für eine Zusatzrente von 1.000 Euro reicht. In dieser Rechnung wird das Kapital ab Rentenbeginn zu 2 Prozent Zinsen in sicheren Sparprodukten wie Tages- und Festgeld angelegt. So ist es vor Kursschwankungen geschützt und reicht berechenbar für die gesamte Auszahlphase.
In den Jahren der Ansparphase hingegen ist ein ETF-Sparplan am besten geeignet, um effektiv Vermögen aufzubauen. Hier hat Verivox mit einer konstanten Jahresrendite von 7,5 Prozent gerechnet. Das entspricht der historischen Durchschnittsrendite des Weltaktienindex MSCI World abzüglich marktüblicher ETF-Kosten.
Damit das Kapital zuverlässig für den Lebensabend reicht, wurde die Dauer der Auszahlphase bewusst großzügig veranschlagt. Das Geld reicht in der Modellrechnung bis zum Alter von 92 Jahren. Die statistische Lebenserwartung von Männern, die heute zwischen 25 und 55 Jahren alt sind, liegt bei 79 bis 81 Jahren. Bei Frauen liegt sie bei 84 bis 85 Jahren.
Wer früh anfängt zu sparen, hat es leichter
"Je früher Anlegerinnen und Anleger mit dem Sparen beginnen, desto mehr Zeit haben sie noch bis zur Rente – und umso stärker wirkt sich die Rendite der ETF-Anlagen zu ihren Gunsten aus", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Wer schon im jungen Alter finanziell für die Zukunft vorsorgt, kann durch die Kraft von Rendite und Zinseszins relativ leicht genug Vermögen aufbauen, um später materiell gut abgesichert in Rente zu gehen."
Wie sehr sich ein früher Start auszahlt, verdeutlicht ein Blick auf unterschiedliche Altersgruppen: 55-Jährige haben nur noch 12 Jahre bis zum regulären Renteneintritt. Sie müssten jeden Monat 1.151 Euro in den Sparplan investieren, damit beim Verkauf der ETF-Anteile nach Steuern noch genügend Geld für ihre lebenslange Zusatzrente übrig ist. Das können sich die Wenigsten leisten.
Schon 45-Jährige haben es deutlich leichter. Bei ihnen genügt ein monatlicher Sparbetrag von 426 Euro, um bis zur Rente genug Vermögen für den Auszahlplan aufzubauen. Wer bereits mit 35 Jahren anfängt, muss dafür nur 189 Euro pro Monat in den ETF-Sparplan einzahlen.
Bei 25-Jährigen beläuft sich die benötigte Sparrate sogar nur noch auf 89 Euro. Sie selbst müssen nur 44.856 Euro in den ETF-Sparplan einzahlen, um bis zur Rente genug Kapital für ihre Zusatzrente zu bilden. Den Rest erwirtschaften sie durch die Rendite. Zum Vergleich: 55-Jährige müssen mit 165.744 Euro fast vier Mal so viel aus eigener Tasche aufbringen.
Schon beim Sparen die Inflation berücksichtigen
1.000 Euro zusätzliche Rente ist ein schönes Finanzpolster fürs Alter. Doch über Jahre und Jahrzehnte nagt die Inflation am Wert des Geldes. Je mehr Zeit bis zum Renteneintritt noch vergeht, desto weniger werden 1.000 Euro gemessen an heutiger Kaufkraft dann noch wert sein.
"In der Regel steigen im Laufe der Jahre nicht nur die Preise, sondern auch das eigene Einkommen", sagt Oliver Maier. "Um den inflationsbedingten Wertverlust des Geldes bereits in der Sparphase zu berücksichtigen, sollten Anleger nach Gehaltserhöhungen oder guten Tarifabschlüssen auch ihre monatlichen Sparbeträge entsprechend erhöhen. Dadurch lassen sich Kaufkrafteinbußen durch höhere Preise sehr wirksam ausgleichen."
Börsenkurse steigen in der Realität nicht linear
Anders als in der Modellrechnung angenommen, verläuft die Wertentwicklung eines ETF-Sparplans im realen Leben nicht linear immer nur nach oben. Die tatsächliche Kursentwicklung in den kommenden Jahrzehnten kann niemand vorhersehen und die Börsen können zwischenzeitlich auch empfindlich einbrechen. Doch wer langfristig investiert und seine Wertpapiere nicht ausgerechnet in Krisenzeiten verkaufen muss, kann nach einem Crash einfach abwarten.
"Bislang haben sich die Börsenkurse selbst nach schwersten Rücksetzern immer wieder erholt und in den Folgejahren neue Höchststände erreicht", sagt Oliver Maier. "Unsere Berechnungen zeigen auf Basis einer realistischen Rendite, wie Anleger mit überschaubaren Sparbeträgen den Grundstein für einen Lebensabend ohne finanzielle Sorgen legen können."
Methodik
In der Sparphase fließt das gesamte Geld in einen thesaurierenden ETF-Sparplan mit 7,5 Prozent effektiver Jahresrendite. Zu Rentenbeginn, werden alle ETF-Anteile verkauft. Die Höhe der monatlichen Sparbeträge wurde so kalkuliert, dass der Erlös nach Steuern für die 25-jährige Auszahlphase ausreicht, wenn das Geld im Ruhestand zu einem sicheren Sparzins in Höhe von 2 Prozent angelegt wird.