Schufa
Die Abkürzung Schufa steht für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Die SCHUFA Holding AG ist ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen. Ziel der Schufa ist es, ihre Vertragspartner vor Kredit- und Zahlungsausfällen sowie private Konsumenten und Kreditnehmer vor Überschuldung zu schützen.
- Jetzt Schufa-Score anonym simulieren
- Was tut die Schufa?
- Welche Daten sammelt die Schufa?
- Wie funktioniert das Schufa-Scoring?
- Umstellung des Scoring-Verfahrens
- Recht auf kostenlose Schufa-Auskunft
- Kostenpflichtige Schufa-Auskunft
- Welche Merkmale bestimmen den Schufa-Score?
- Hilfe für Verbraucher mit schlechter Bonität
Das Wichtigste in Kürze
- Die Schufa ist eine Auskunftei. Auf Basis von möglichst umfassenden Daten erstellt sie eine Bonitätsauskunft über Verbraucher und bewertet über ein Scoring-Verfahren deren Kreditwürdigkeit.
- Ein niedriger Schufa-Score verschlechtert die Chancen, bei Banken ein Darlehen zu erhalten.
- Verbraucher können eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragen, um ihren Score zu erfahren und zu überprüfen, ob die zugrundeliegenden Daten stimmen und aktuell sind.
- Im März 2026 hat die Schufa einen neuen, transparenten Score eingeführt. Dieser ersetzt die bisherigen Branchenscores und den Basisscore.
- Welche Faktoren darin wie bewertet werden und was Ihr persönlicher Score sein könnte, zeigt der folgende Schufa-Score-Simulator.
Jetzt Schufa-Score anonym simulieren
Was tut die Schufa?
Die Schufa ist eine Auskunftei. Sie sammelt Informationen zu Privatpersonen, um Banken und Unternehmen eine Bonitätsauskunft über sie erteilen zu können. Zu diesem Zweck arbeitet sie mit etwa 10.000 Partnerunternehmen zusammen. Diese liefern der Schufa Daten über ihre Kunden. Auf dieser Datenbasis bewertet die Schufa deren Kreditwürdigkeit.
Im Gegenzug können die Vertragspartner bei der Schufa eine Bonitätsauskunft für eine bestimmte Person bestellen. Neben Banken nutzen beispielsweise Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versicherungen und Versandhändler diese Bonitätsprüfung. Mit dem Bonitätscheck wollen sie sich vor Vertragsschluss absichern. Sie nutzen die Schufa als Datenquelle, um das Kreditausfallrisiko oder die Zahlungsmoral eines potenziellen Kunden einzuschätzen. Wem die Schufa eine schwache Bonität bescheinigt, wird es also schwer haben, einen Kredit zu erhalten oder einen Mobilfunkvertrag abzuschließen.
Welche Daten sammelt die Schufa?
Neben allgemeinen Angaben zur Person wie Geburtsdatum und -ort oder aktuelle und frühere Adressen interessiert sich die Schufa vor allem für kreditrelevante Daten.
Dazu zählen zum einen allgemeine Informationen über die Finanzen eines Verbrauchers. Die Schufa erfasst beispielsweise die Anzahl der Girokonten und wie viele Kreditkarten jemand besitzt. Auch Informationen über bestehende Handy- und Leasingverträge sowie bestehende und abbezahlte Kredite sind bei der Schufa hinterlegt. Zum anderen sammelt sie Informationen über Zahlungsstörungen – beispielsweise über Mahnverfahren oder eine bestehende Privatinsolvenz.
Die Schufa muss Verbraucher nicht fragen, ob sie ihre Daten verwenden darf. Allerdings muss ein Unternehmen von seinen Kunden eine Erlaubnis einholen, wenn es deren Daten an die Schufa übermittelt. Welche Daten die Schufa erheben und speichern darf, ist seit Mai 2018 über die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geregelt. Zuvor bildete das Bundesdatenschutzgesetz den rechtlichen Rahmen. Nicht gespeichert werden dürfen beispielsweise Daten über die Religion und Herkunft von Personen.
Wie funktioniert das Schufa-Scoring?
Im Rahmen der Bonitätsauskunft stellt die Schufa einer Bank oder einem Unternehmen Informationen zur bisherigen Kredit- und Zahlungshistorie eines potenziellen Kunden zur Verfügung. Wurden Rechnungen und Kreditraten immer pünktlich bezahlt, wirkt sich das positiv aus. Mahnverfahren, Zahlungsausfälle und Einträge in öffentlichen Schuldnerverzeichnisse sind Negativmerkmale.
Auf Basis dieser Daten führt die Schufa für jeden Verbraucher ein persönliches Scoring durch. Sie vergleicht alle ihr bekannten Daten mit denen anderer Konsumenten. So ermittelt sie die statistische Wahrscheinlichkeit, dass die betreffende Person ein Darlehen zurückbezahlt und ihren Zahlungspflichten nachkommt. Jeder Verbraucher erhält einen persönlichen Schufa-Score – je höher dieser ausfällt, desto besser.
Der Score ist umso höher, je besser die Schufa die Bonität des Verbrauchers bewertet. Je niedriger der Schufa-Score ausfällt, desto höher wird das Risiko eingeschätzt, dass ein Kunde seinen Zahlungspflichten nicht nachkommen wird. Betroffene werden entweder gar kein Kreditangebot erhalten oder die Bank sichert ihr Ausfallrisiko mit einem sehr hohen Zinssatz ab. Auch beim Abschluss eines Leasing-, Mobilfunk- oder DSL-Vertrags kann es Probleme geben.
Umstellung des Scoring-Verfahrens
Bis zur Neueinführung des einheitlichen Schufa-Scores im März 2026 erhielten Unternehmen einen Branchenscore, der speziell auf ihren Wirtschaftszweig zugeschnitten war. Verbraucher konnten hingegen nur den Basisscore erfahren, der jedoch für Unternehmen nicht zum Einsatz kam.
Nun sollen alle Unternehmen einen einheitlichen Scorewert erhalten. Dieser wird auch Verbrauchern zugänglich gemacht, wenn sie in ihrem Schufa-Account ihre eigene Bonität abfragen. Bis 2028 gilt eine Übergangsfrist, in der die Unternehmen und Banken nach und nach auf den neuen Score umstellen können.
Recht auf kostenlose Schufa-Auskunft
Verbraucher haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Daten die Schufa über sie erfasst hat. Dafür müssen sie nur eine kostenlose Schufa-Auskunft beantragen. Anfordern können Verbraucher die Schufa-Auskunft entweder auf der Internetseite "meineschufa.de" oder über den Postweg durch ein Schreiben an die SCHUFA Holding AG. Als Identitätsnachweis verlangt die Schufa eine Ausweiskopie. Alternativ können sich Antragsteller auch mit Kopien von Reisepass und Meldebescheinigung legitimieren. Die Schufa-Auskunft kommt dann mit der Briefpost.
Was steht in der Schufa-Auskunft?
Sie enthält sämtliche personenbezogenen Daten, die bei der Schufa gespeichert sind. Außerdem finden Verbraucher in ihrer Selbstauskunft die kreditrelevanten Daten, die bei der Schufa erfasst sind – beispielsweise Einträge über ihre bestehenden Girokonten und Kreditkarten. Sie erfahren auch, welche Unternehmen innerhalb des letzten Jahres eine Bonitätsauskunft über sie angefordert haben und welche Branchenscores ihnen in dem Zusammenhang übermittelt wurden. Nicht zuletzt enthält die Datenübersicht auch den aktuellen Schufa-Basisscore.
Schufa-Score online abfragen
Verbraucher können ihren Schufa-Score und die gespeicherten Daten auch online abfragen. Hierzu müssen sie einen Account bei der Schufa eröffnen. Hierbei muss die Identität bestätigt werden. Dies erfolgt wahlweise mit dem elektronischen Personalausweis, der eID-Karte oder auf dem Postweg mit einem PIN-Brief.
Kostenpflichtige Schufa-Bonitätsauskunft
Die kostenlose Schufa-Auskunft ist sehr umfangreich und enthält auch vertrauliche Daten. Wer eine Schufa-Auskunft für Dritte benötigt – zum Beispiel Wohnungssuchende für ihren zukünftigen Vermieter – kann dafür auch die kostenpflichtige Schufa-Bonitätsauskunft bestellen. Sie kostet knapp 30 Euro und enthält im Wesentlichen den Basisscore sowie eine kurze allgemein gehaltene Beschreibung zur Vertrauenswürdigkeit des Antragstellers. Branchenscores enthält die kostenpflichtige Schufa-Auskunft nicht.
Was tun bei schlechtem Schufa-Score?
Wer einen schlechten Schufa-Score hat, sollte zunächst sämtliche Daten in seiner Selbstauskunft überprüfen. Bei sachlichen Fehlern ist die Schufa zur Korrektur verpflichtet. Werden beispielsweise Zahlungsstörungen über die Löschfrist hinweg angeführt, kann man negative Schufa-Einträge löschen lassen. Ansonsten hat man die Möglichkeit, den Score durch langfristig zuverlässiges Zahlungsverhalten zu optimieren. Beachten Sie dazu unsere Tipps zur Verbesserung des Schufa-Scores.
Welche Merkmale bestimmen den Schufa-Score?
Zwischen März 2026 und Ende 2028 müssen sich die Schufa-Partnerunternehmen vom alten auf den neuen Schufa-Score umstellen. Der alte Schufa-Score berechnet sich aufgrund von vielen Faktoren. 13 davon hat die Schufa öffentlich gemacht:
- Offener Saldo oder laufendes Insolvenzfahren
- Alter des ältesten Girokontos
- Anzahl aktiver Kreditkarten
- Anzahl Kreditkartenanfragen im letzten Jahr
- Anzahl der erledigten Negativmeldungen
- Anzahl der Inkasso-Anfragen
- Alter der aktuellen Adresse
- Summe aller Online-Käufe auf Rechnung
- Zahlungsausfälle der letzten drei Jahre
- Anzahl laufender Ratenkredite
- Höhe monatliche Belastung durch Ratenkredite
- Alter ältester Ratenkredit
- Vorhandensein eines Immobilienkredits
Der neue Score besteht aus 12 Faktoren, die Sie im Schufa-Score-Simulator von Verivox einsehen und berechnen können.
Bis zu welchem Score genau eine Bank dann einen Kredit vergibt, ist sehr unterschiedlich – je nach Risikopolitik der Bank. Daher lohnt sich ein Online-Kreditvergleich bei mehreren Banken gleichzeitig.
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