Höhere Belastung für Rentner: Gesetzliche Krankenversicherung bis zu 1.379 Euro teurer
Stand: 25.02.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Die gesetzliche Krankenversicherung ist so teuer wie nie. Ab März treffen die höheren Beiträge auch die Rentnerinnen und Rentner. Bis zu 1.379 Euro weniger bleiben ihnen dadurch im Jahr. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Vergleichsportals Verivox. Mit einem Krankenkassenwechsel können Ruheständler die höheren Belastungen abfedern und bis zu 771 Euro sparen.
35 Krankenkassen teurer
Trotz Gegenmaßnahmen der Bundesregierung haben zum Jahreswechsel 35 der 72 allgemein geöffneten Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag angehoben. Die stärkste Erhöhung einer einzelnen Kasse liegt bei 1,10 Prozentpunkten. Während Erwerbstätige die höheren Beiträge seit Anfang des Jahres schultern, gelten sie für Rentnerinnen und Rentner aufgrund einer gesetzlichen Regelung erst ab März. Wie auch Arbeitnehmer zahlen Ruheständler die Hälfte der Krankenversicherung selbst, die andere Hälfte übernimmt die Rentenkasse.
Nicht nur viele Zusatzbeiträge sind gestiegen, auch die Beitragsbemessungsgrenze liegt seit diesem Jahr höher. Nun sind 69.750 Euro beitragspflichtig, zuvor lag die Grenze bei 66.150 Euro. Vor allem Ruheständler mit höheren Einkünften trifft das spürbar. Sie müssen bis zu 1.379 Euro mehr im Jahr für die Krankenversicherung zahlen.
Bis zu 121 Euro mehr bei Standardrente
Ein Ruheständler, der 45 Jahre lang ein Einkommen in Höhe des Durchschnitts aller Rentenversicherten bekommen hat, erhält laut Deutscher Rentenversicherung derzeit 1.835,55 Euro im Monat. Senioren mit Bezügen in Höhe dieser sogenannten Standardrente müssen bis zu 121 Euro mehr im Jahr für die Krankenversicherung zahlen.
"Die aktuellen Beitragserhöhungen machen deutlich, dass die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung unter Druck steht", sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. "Für die Versicherten bedeutet das höhere Kosten, ohne dass sich die Leistungen entsprechend verbessern."
Kassenwechsel spart bis zu 771 Euro
Rund 95 Prozent der Kassenleistungen sind gesetzlich verbindlich und deshalb bei allen Kassen gleich. Wesentliche medizinische Leistungen bleiben Versicherten daher auch nach einem Wechsel erhalten. Ihr Budget können sie damit deutlich entlasten. Bei den bundesweit geöffneten Krankenkassen liegt der Zusatzbeitrag derzeit zwischen 2,18 und 4,39 Prozent. Ein Wechsel von der teuersten zur günstigsten Krankenkasse bringt für Ruheständler mit Standardrente eine Ersparnis von 243 Euro pro Jahr, für Rentner mit Einkünften über der Beitragsbemessungsgrenze bis zu 771 Euro jährlich. Wechseln kann jeder, der eine Beitragserhöhung erhalten hat oder mindestens 12 Monate bei seiner aktuellen Krankenkasse versichert ist.
"Die Krankenkassen bieten unterschiedliche Zusatzleistungen für ihre Versicherten wie die Übernahme alternativer Behandlungsmethoden oder von Reiseschutzimpfungen", sagt Aljoscha Ziller. "Hier sollten Versicherte aber genau abwägen, was sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen und ob sich das lohnt. Eine professionelle Zahnreinigung im Jahr wiegt nicht hunderte Euro mehr für die Versicherung auf."