Umfrage: Jede zweite Frau hat Angst vor Altersarmut
Stand: 26.02.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Fast jede zweite Frau (47 Prozent) in Deutschland schätzt ihre finanzielle Absicherung im Alter als schlecht oder sogar sehr schlecht ein. Weitere 10 Prozent sind sich unsicher, wie gut sie für das Rentenalter aufgestellt sind. Unter den Männern glaubt jeder Dritte (35 Prozent), dass das Geld im Alter nicht reichen wird. 57 Prozent blicken hingegen optimistisch in ihre finanzielle Zukunft. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox anlässlich des Equal Pay Days am 27.02.2026.
Verunsicherung steigt mit zunehmendem Alter
Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Sorge vor Altersarmut. Während unter jungen Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren nur jede Dritte (39 Prozent) befürchtet, dass das Geld im Rentenalter nicht für ein auskömmliches Leben reichen wird, sind es unter den 30- bis 49-Jährigen bereits 47 Prozent. In der ältesten Gruppe der 50- bis 79-Jährigen schätzen sogar 50 Prozent ihre finanzielle Altersabsicherung als schlecht ein.
Unter Männern steigen die Befürchtungen vor einer unzureichenden Altersvorsorge ebenfalls mit den Lebensjahren. Dennoch sind die Sorgen der Männer in allen Altersgruppen deutlich weniger weit verbreitet als die von Frauen.
"Auch wenn Fragen der Altersvorsorge in jungen Jahren eher selten im Vordergrund stehen, wächst mit zunehmendem Lebensalter die Sorge vor Altersarmut. Gerade Frauen in der Lebensmitte stehen dabei häufig unter mehrfachen finanziellen Belastungen", sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox. "Teilzeitphasen, familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und geringere Einkommen schränken den Spielraum für eine ausreichende Altersvorsorge ein."
Alleinlebende und Haushalte mit niedrigem Einkommen besonders betroffen
Neben dem Geschlecht spielt auch die Lebenssituation eine zentrale Rolle. Geschiedene, verwitwete und alleinlebende Menschen blicken besonders pessimistisch auf ihre finanzielle Zukunft: 46 Prozent bewerten ihre Altersvorsorge als schlecht. Noch deutlicher fällt die Sorge vor Altersarmut in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.500 Euro aus. In dieser Gruppe rechnen 59 Prozent mit finanziellen Engpässen im Rentenalter. Mit steigendem Haushaltseinkommen nehmen diese Sorgen deutlich ab.
Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg fürchten 61 Prozent der Deutschen, sich im Rentenalter finanziell einschränken zu müssen. Auch hier zeigt sich eine Geschlechterlücke: Während 66 Prozent der Frauen mit Einschränkungen rechnen, sind es bei den Männern 55 Prozent also 11 Prozentpunkte weniger.
Begrenzter finanzieller Spielraum prägt die Vorsorgehöhe
Die strukturellen Unterschiede zeigen sich auch bei der privaten Altersvorsorge. Zwar geben 67 Prozent der Deutschen an, finanziell vorzusorgen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern. Bei Frauen beschränkt sich diese Vorsorge jedoch häufig auf kleinere monatliche Beträge. Jeweils 21 Prozent sparen zwischen 1 und 50 Euro beziehungsweise zwischen 51 und 100 Euro im Monat. Höhere Sparbeträge sind deutlich seltener: Nur 9 Prozent der Frauen legen monatlich mehr als 200 Euro für ihre Altersvorsorge beiseite.
Männer verfügen dagegen häufiger über entsprechende finanzielle Spielräume. Mit 18 Prozent ist der Anteil, der über 200 Euro monatlich in die private Altersvorsorge steckt, bei den männlichen Befragten mehr als doppelt so groß.
Einkommen und Erwerbsbiografien als zentrale Ursachen
Die Studiendaten zeigen: Die Unterschiede in der Altersvorsorge liegen weniger an der Bereitschaft zu sparen, sondern vor allem an den verfügbaren finanziellen Möglichkeiten.
Nach den drei wichtigsten Ursachen für eine unzureichende Altersabsicherung befragt, nennen Frauen mit 48 Prozent ihr geringes Einkommen. Unter Männern zählt ein schwacher Verdienst nur für 37 Prozent zu den Hauptursachen. Auch Erwerbsunterbrechungen und Teilzeit werden von Frauen deutlich häufiger als Hindernis genannt: 43 Prozent sehen hierin einen zentralen Grund für ihre Vorsorgelücke, bei den Männern sind es lediglich 29 Prozent.
"Weil Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten und im Durchschnitt weniger verdienen, entsteht eine finanzielle Ungleichheit, die bis ins Rentenalter bestehen bleibt", sagt Melanie Ulbrich.